Fränkische Nachrichten, 30.12.2025

Traditionell und zeitgenössisch

Weihnachtskonzert des Chor Cappella Nova

Mit einem breiten Spektrum weihnachtlicher Chormusik wartete der Chor Cappella Nova unter Leitung von Esther Witt bei seinem Auftritt in der voll besetzten Schlosskirche auf: Neben beliebten traditionellen Liedern und Chorsätzen von Luther, Bach, Händel und anderen wurde auch eine Reihe jüngerer, zeitgenössischer Stücke gegeben, die von der bleibenden Bedeutung und Lebendigkeit der Weihnachtsbotschaft auch für Musiker dieses Jahrhunderts Zeugnis ablegten.

Die Weihnachtsmusik war in mehrere Blöcke gegliedert, begleitet von Organist Thomas Martin. Einen zusätzlichen geistlichen Rahmen dazu in Form von Lesungen lieferte Pfarrerin Anna Wolf.

Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, zunächst in einem dreistimmigen Orgelsatz, dann in einer lyrischen Chorbearbeitung des litauischen Komponisten Vytautas Miskinis vorgestellt, bildete die Einleitung des Konzerts, in dem neben bekannten und altvertrauten Weisen wie „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ auch einige Beispiele der angelsächsischen Liedtradition, beispielsweise das berührende „Christmas Lullaby“ von John Rutter oder das weniger bekannte englische Lied „Tomorrow shall be my dancing day“ mit seiner betont rhythmisch akzentuierten Lebensfreude eingefügt waren.

Unter Leitung von Esther Witt demonstrierten die Sänger des Chor Cappella Nova, dass sie souverän über die gesamte Bandbreite des Ausdrucks verfügen: Beginnend mit zärtlicher Intimität – etwa im ätherischen „Maria durch ein Dornwald ging“ oder in der farbigen Bearbeitung von „O Jesulein süß“ durch den romantischen Komponisten Robert Fuchs über das suggestiv gedämpfte Mysterioso in einem adventlichen Chorsatz von Zoltan Kodaly bis hin zu strahlender Festesfreude wie in dem zusätzlich von zwei Violinen begleiteten „Fröhlich soll mein Herze springen“ von Johann Crüger.

Eine besondere, eindrucksvoll gemeisterte Herausforderung stellte der „Magnificat“-Chorsatz von Jacques Berthier dar, in der elementare Motive kanonartig durch alle Einzelstimmen hindurch aufgefächert und fortgesetzt werden und dadurch eine zwingende meditative Wirkung entfalten. Überzeugend und tief berührend gestaltete Esther Witt als Gesangssolistin auch die bekannte Motette „O magnum mysterium“ des dänisch-amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen. Mit „Tochter Zion, freue dich“ von Händel setzte der Chor Cappella Nova ein jubilierendes finales Ausrufezeichen, das von der Gemeinde auch kräftig unterstützt wurde.

Thomas Hess

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