Fränkische Nachrichten, 12.07.2016

Musik “Sprache der Seele und Gefühle”

Chorfest “Singendes Hohenlohe”: Fast 20 Chöre gaben sich am Sonntag im Musikpavillon ein Stelldichein

Die Große Kreisstadt war am Wochenende Gastgeber des Chorfestes "Singendes Hohenlohe".

Bad Mergentheim. "Singendes Hohenlohe - Musik erfüllt die Welt" lautete das Motto eines großen Chorfestes am Sonntag des Chorverbands Hohenloher Gau in Bad Mergentheim, bei dem fast 30 Chöre aus der "Klangregion Hohenlohe" eine bunte Vielfalt an Chormusik präsentierten.

"Wo gesungen wird, da lass' dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder", dieser alte Spruch gilt heute wohl noch immer. In guter Gemeinschaft miteinander singen und fröhlich sein, geselliges Beisammensein und Freundschaften pflegen sowie herrliche Melodien auf sich wirken lassen ist Balsam für die Seele - so eine wesentliche Devise des Hohenloher Chorverbands und der Ensembles aus dieser Region. Und das galt auch bei dem Chorfest am Sonntag, das bereits am Vormittag mit Darbietungen sowohl im Caritas-Krankenhaus als auch bei Gottesdiensten in Bad Mergentheim, Markelsheim und Rot startete.

In der großen Empfangshalle des Caritas-Krankrnhauses waren bis in den Mittag hinein die Männerchöre (MC) Männergesangverein (MGV) Laudenbach und Gesang- und Sportverein Waldtann sowie die gemischten Chöre (GC) Sängerkranz Harmonie Bad Mergentheim und Gesangverein Eintracht Reinsbronn zu hören.

Bei Gottesdiensten gastierten im Bad Mergentheimer Münster St. Johannes der MC Ottmar-Mergenthaler-Sängerfreunde Hachtel und der katholische Kirchenchor Hachtel, in der katholischen Kirche St. Kilian in Markelsheim der MC Gesang- und Musikverein Stimpfach sowie in der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Rot der GC Liederkranz Gerabronn.

Besonders auch das Nachmittagsprogramm im Musikpavillon des Bad Mergentheimer Kurparks bot den Besuchern einen beeindruckenden Einblick über das breite Spektrum sowohl an Chören als auch an deren Repertoire und Stilrichtungen.

Die "Klangregion Hohenlohe" des Chorverbands umfasse die Altkreise Bad Mergentheim und Crailsheim und zähle insgesamt etwa 100 Chorensembles verschiedenster Genres, berichtete Gerhard Hauf, Vorsitzender des Chorverbands Hohenloher Gau zum Auftakt am Mittag, bevor nacheinander insgesamt 18 Männer-, Frauen- oder Gemischtchöre im Musikpavillon auftraten. "Ich bin überzeugt davon, dass Musik als Sprache der Seele und Gefühle die bessere Sprache ist", betonte Oberbürgermeister Udo Glatthaar in einem Grußwort. Die Seele baumeln lassen und etwas auch für den Alltag mitnehmen nannte er als mögliche wesentliche Intentionen dieses Chorfestivals.

Besonderer Höhepunkt war ein Abschlusskonzert am frühen Abend in der Bad Mergentheimer Wandelhalle. Dabei präsentierte der Bad Mergentheimer Chor "Capella Nova" unter Leitung von Walter Johannes Beck und begleitet von Ulrich Klemm am Klavier zum Auftakt "Klänge aus Mähren op. 32" von Antonin Dvorak, unter anderem die Lieder "Die Trennung", "Die wilde Rose" und "Die Zuversicht".

"Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen", hob Bad Mergentheims Kurdirektorin Katrin Löbbecke mit einem rund 2300 Jahre alten und gleichsam noch heute gültigen Zitat von Aristoteles in ihrem Grußwort hervor. Die besondere Atmosphäre im hiesigen Kurpark in mitten der Natur und der Ruhe sowie abschließend in der Wandelhalle biete einen wunderbaren Rahmen dazu. "Die Musik verbindet Menschen miteinander", zitierte Löbbecke zudem Alt- Bundespräsident Roman Herzog. Zugleich dankte die Kurdirektorin allen Organisatoren, Helfern und Mitwirkenden für ihr Engagement.

Es folgten der GC Chorgemeinschaft Billingsbach-Herrentierbach-Simprechtshausen unter Leitung von Heidrun Hornung zum Beispiel mit von Goiserns "Weit, weit weg" und dem afrikanischen Traditional "Sy a hamba/We are marching" sowie der MC Chorgemeinschaft Archshofen-Creglingen-Niederrimbach unter Leitung von Ernst Preiniger unter anderem mit "Musika, du schönste Kunst" und "Sierra Madre del sur".

Krönendes Finale war ein Gemeinschaftsprojekt unter Leitung von Hermann-Josef Beyer der gemischten Chöre "Happy Singers" Gaisbach, "Sunday Voices" Markelsheim und "In Takt" Vorbachzimmern als Hommage an den Anfang Mai verstorbenen Leiter dieser Chöre, Eugen Lachmund.

Unter anderem gab der Projektchor "You raise me up", "Take me home, country roads", "Halleluja" und abschließend den mitreißenden Beach-Boys-Klassiker "Barbara Ann" zum Besten.

Peter D. Wagner

 

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